In diesem Artikel wird eine Vorgehensweise vorgestellt, die ausgehend von einer groben Systemsicht in klar definierten Schritten zu einer detaillierten Schnittstellenspezifikation führt. Die Vorgehensweise wurde in vielen Fachgesprächen mit Bahntechnikexperten der Deutschen Bahn AG entwickelt und ist daher besonders gut geeignet, im komplexen Bahnumfeld qualitativ hochwertige Spezifikationen zu erzeugen. Die Vorgehensweise ist zum Standard im Projekt NeuPro der DB Netz AG geworden. In diesem Projekt zeigt sich, dass die Vorgehensweise durch ihre klare Strukturierung auch für sehr große Vorhaben und entsprechend große Teams von Spezifizierern sehr gut einsetzbar ist.
Die Betreiber von Eisenbahnnetzen sehen sich zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, von verschiedenen Herstellern zugelieferte Teilsysteme integrieren zu müssen. Dabei tritt das Problem auf, dass es derzeit für viele Schnittstellen noch keine detaillierten Spezifikationen gibt, an denen sich die Hersteller orientieren könnten. Aus diesem Grund werden bisher in der Regel ganze Komplettsysteme an einen einzigen Anbieter vergeben.
Die DB Netz AG hat sich im Rahmen des Projekts NeuPro das Ziel gesetzt, durch die Vorgabe standardisierter Schnittstellenspezifikationen größere Flexibilität zu erreichen. Um dieses Ziel zu unterstützen, hat die Berner & Mattner Systemtechnik GmbH die in diesem Artikel vorgestellte Vorgehensweise zur Schnittstellenspezifikation entwickelt. Die Vorgehensweise basiert auf der Mo- dellierung mit SysML (Systems Modeling Language). Sie startet mit einer einfachen Sicht auf das Gesamtsystem und geht dann in klar definierten Schritten einen modellbasierten und redundanzfrei- en Weg zur fertigen Schnittstellenspezifikation.
INHALTSVERZEICHNIS

Thomas Lauscher
Senior Systemingenieur

Christian Fischer
Software-Ingenieur
